Gib dir den Raum du selbst zu sein
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Zuhören

Zuhören

Wenn jemand
hier
und jetzt
ganz mit dir ist
Wenn er dich

wirklich und wahrhaftig wahrnimmt
dir seine volle und ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt
ohne sich dabei Gedanken zu machen über das,
was er als nächstes tun

oder sagen wird
Wenn jemand ganz da ist mit dem, was in diesem Augenblick geschieht
ganz mit dir ist,
dann ist das überwältigend
dann ist das ein revolutionärer Akt
in einer Welt, in der unsere Aufmerksamkeitsspanne
nur noch ein paar Sekunden beträgt
und ständig kürzer wird
In einer Welt
in der wir alle
immer so schrecklich busy sind

In einer Welt, in der Zuhören
zu einer längst vergessenen Kunst geworden ist –

Wenn dir in dieser verrückten Welt
jemand zuhört,
wirklich zuhört,
kann allein durch dieses Zuhören
tiefste Heilung geschehen.

Wenn jemand
hier
und jetzt
ganz mit dir ist
Wenn er dich

wirklich und wahrhaftig wahrnimmt
dir seine volle und ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt
ohne sich dabei Gedanken zu machen über das,
was er als nächstes tun

oder sagen wird
Wenn jemand ganz präsent ist mit dem, was in diesem Augenblick geschieht
Ganz präsent ist mit dir,
ohne eine Agenda zu haben
ohne zu wollen, dass du anders bist als du bist –
dann ist das überwältigend
dann ist das ein revolutionärer Akt
in einer Welt, in der unsere Aufmerksamkeitsspanne
nur noch ein paar Sekunden beträgt
und ständig kürzer wird
In einer Welt
in der wir alle immer so schrecklich busy sind
In einer Welt, in der Zuhören
zu einer längst vergessenen Kunst geworden ist –

wenn dir in dieser verrückten Welt
jemand zuhört,
wirklich zuhört,
kann allein durch dieses Zuhören
tiefste Heilung geschehen

Was ich in meiner Beziehung mit dem Narzissten am meisten vermisst habe war, mit ihm zu reden. Mit einem Narzissten kann man nicht reden. Er hört nicht zu. Er nimmt sein Visavis nicht wahr, hat keine Sensoren dafür. Er ist nur mit sich selbst beschäftigt. Er verteilt Aufgaben, sagt, was zu tun ist. Im Befehlston oder gespielt süß und lieblich. Er fragt nicht, ob das okay ist für dich. Er fragt nicht, wie es dir geht. Es interessiert ihn nicht, ob du das auch willst. Es muss gemacht werden, weil er das so will.

Und wenn du nicht entsprichst, wird er wütend. Sehr wütend. Das ist eine unangenehme Energie, die in dein System eindringt. Und periodisch kommt es zu den Explosionen. Du weißt nie, wann das fragile Ego des Narzissten als nächstes explodiert. So gut wie alles kann ihn zum Ausrasten bringen. Die Energie des Narzissten ist eine Energie, die dich und das, was du einmal warst, langsam zersetzt. Du wirst unruhig, nervös, bist immer auf der Hut, hast Angst, es wieder nicht richtig gemacht zu haben.

Du bist nicht mehr du selbst. Deine Energie wird dir abgesogen, dein Licht ausgeknipst. Du wirst langsam aber sicher jeden Tag schlapper. Du machst dir Selbstvorwürfe, wieso kann ich nicht, wieso wird das nichts, wieso komme ich nicht weiter in meinem Leben… Natürlich wird es nichts. Du hast ja keine Energie mehr, die hat ja er. Und du bist nicht mehr in deiner Energie, und nur in deiner Energie kannst du DEINES erschaffen. Wenn er seine Energie über dich drüberlegt, kannst du nur mehr ihm helfen, SEINES zu erschaffen. Das ist sein Ziel. Dass du, dass jeder Mensch in seiner Umgebung zu seinem Werkzeug wird. Er weiß genau, wie er jeden behandeln muss, damit er seine Ziele erreicht. In diesem Punkt hat er sogar Einfühlungsvermögen, ich nenne es Einschleichungsvermögen. Er schleicht sich in die Welt der Menschen ein, findet den wunden Punkt, und den drückt er gnadenlos.

In so einer Energie gehst du ein wie eine Topfpflanze auf dem Balkon im Sommer, wenn du sie nicht gießt.

Das Schwierige ist, du kannst mit niemandem darüber reden. Niemand glaubt dir, weil nach außen hin ist der Narzisst ja so charmant, gesellig, witzig… nein, das kann nicht sein. Das bildest du dir ein… Menschen, die so etwas nicht erlebt haben, begreifen nicht, dass es so etwas gibt. „Jetzt tu doch nicht so, jeder hat einmal einen schlechten Tag, jede Beziehung läuft einmal nicht so gut, jeder ärgert sich einmal, jeder ist einmal traurig…“ – nein. Das ist eine vollkommen andere Geschichte. Schlimm ist auch das Gefühl, dass es keine Entrinnen gibt. Er macht dich jeden Tag kleiner, zerstört dein Selbstwertgefühl immer mehr mit seiner herablassenden Art, mit seinen Abwertungen. Du sollst dich so mies fühlen wie er.

Und warum gehst du nicht einfach, sagen sie zu dir. Ja, warum gehst du nicht einfach? Das weisst du selbst nicht. Es gibt aber einen Grund.

Dein Körper ist chemisch mit dem Narzissten verbunden.

Wenn ein Ereignis in unserem Leben passiert, erzeugen unsere Glaubenssysteme eine Wahrnehmung über dieses Ereignis. Dies sendet dann ein elektrisches Signal an unseren Hypothalamus (in unserem Gehirn), der die Chemikalien produziert, die unserer Wahrnehmung entsprechen. Diese Chemikalien, Peptide genannt, werden dann in unserem Körper verteilt. Dies erzeugt die Emotion, die unserer Wahrnehmung des Ereignisses entspricht.

Es gibt ein Peptid für Wut, Traurigkeit, Liebe, Glück und jede Emotion, die wir erleben.

Wenn wir etwas erleben, das zu einer bereits bestehenden Kindheitswunde passt, löst das in unserem Gehirn „Machtlosigkeit“, „Wertlosigkeit“ und andere ängstliche Wahrnehmungen aus. Wir kehren buchstäblich in das emotionale Alter unserer ursprünglichen ungeheilten Wunden zurück.

Die chemische Produktion ungeheilter Wunden wiederholt sich, denn die Zellen des Körpers sind buchstäblich süchtig nach diesen schmerzhaften Emotionen. Wenn Betrug, Untreue, Ungerechtigkeit, Verrat, Verlassenheit oder Zurückweisung und so weiter unsere inneren Wunden sind, denken wir immer wieder darüber nach, wie der Narzisst uns verletzt hat, und versuchen herauszufinden, warum er es getan hat und wie er getan hat – wie kann er nur so grausam und lieblos sein.

Wenn der Körper das Peptid seiner Wahl für eine Weile nicht erhalten hat, hält er eine kleine Menge dieses Peptids zurück und setzt es im Blutkreislauf frei, das dann zum Gehirn wandert und die Gehirnneuronen dazu veranlasst, erneut über die Ungerechtigkeit und den Verrat nachzudenken. Dies sendet dann das Signal an den Hypothalamus, mehr Peptid herzustellen, und der schmerzhafte Zyklus der Peptidsucht geht weiter.

Aus diesem Grund kannst du, wenn du dich mitten in narzisstischem Missbrauch befindest, nicht aussteigen , du kannst dich von den traumatischen Ereignissen, die stattgefunden haben, nicht befreien, du bist davon unbewusst besessen, egal wie sehr dich die Ereignisse immer wieder verletzen. Du kehrst immer wieder zu Schmerz und Ohnmacht zurück – weil dein Körper physiologisch davon abhängig ist, mehr dieser schmerzhaften Peptide zu erhalten.

Selbst wenn du es geschafft hast, jegliche Kommunikation mit dem Narzissten zu beenden, bist du nicht frei. Du kannst erst wieder in dein Leben zurückkehren, wenn du diesen chemischen Kreislauf durchbrichst. Ansonsten wird es dir unmöglich sein.

Warum gerät man überhaupt in sowas rein, fragst du dich? Aus zwei Gründen. Einerseits will der Körper eine Erfahrung aus der Kindheit heilen. Andererseits will er diese karmische Beziehung ein- für allemal heilen. Oder beides. Im Grunde ist es das Gleiche. Es ist ein Teil von dir, eine ganz alte Erfahrung, eine ganz alte Wunde, die geheilt werden möchte.

Der Narzisst, ach du meine Güte, er liebt es, über Negatives zu reden, in schlechter Energie zu sein, Angst und Panik zu verbreiten. Für ihn fühlt sich das gut an. Alle sind deppert. Nur er ist gescheit. Und du, du sollst mit ihm in dieser Dunkelheit leben. Gemeinsam über alle und das Leben schimpfen. Er braucht diese Negativität, er suhlt sich darin. Ein Teil von dir will ihn da rausholen, aber was für eine sinnlose Idee das doch ist, es wird dir nämlich niemals gelingen.

Er will dich in seine Dunkelheit ziehen und mit dir dort leben. Du sollst dich genauso mies fühlen wie er.

Aber dein Licht, das braucht er auch. Sei ja nicht schlecht drauf, das will er nicht. Er braucht dich auch als Energiequelle, als Lichtquelle, als Quelle von Freude und Glück. In sich findet er das nicht.

Aus Erfahrung weiß ich, wie schlimm es ist, dass du nicht mit ihm, aber auch mit sonst niemandem darüber reden kannst. Freunden geht das ziemlich schnell auf den Geist. Niemand mag diese Energie spüren. Und Therapeuten waren – zumindest in meinem Fall – auch nicht die Antwort. Vielleicht können Therapeuten nur dann helfen, wenn sie selbst durch so eine Erfahrung gegangen sind.

Ich weiß, wie allein man sich fühlt, wie nicht wahrgenommen, nicht gesehen man sich fühlt, als hätte man aufgehört, zu existieren. Man hat das Gefühl, sich selbst verloren zu haben.

Vertraue mir, du existierst noch, es gibt dich noch.

more to come…