go-qi
loving & losing & feeling it all
Alles darf sein. Eine Befreiung.
Vier Jahre lang habe ich gewartet, gehofft, gekämpft. Mich innerlich tausend Mal getrennt. Ich war gefangen in einer schmerzhaften Endlosschleife, dass mein Gegenüber mich nicht wählt, mich nicht sieht und mir das Leben verweigert, das er mir einst in Aussicht gestellt hatte. Ich saß an einem leeren Bahnhof und wartete auf einen Zug, der niemals ankam.
Ich war unglücklich.
Bis ich begriffen habe: Nicht die Situation hat mich zerrissen – sondern mein eigenes, unerbittliches Wunschdenken. Meine Erwartungen an eine Geschichte, die im ewigen Jetzt schlichtweg nicht existiert.
Meine Befreiung geschah in der Sekunde, als ich radikal kapituliert habe. Ich habe jede Erwartung, jeden Traum und jeden Zwang, ihn oder das Leben verändern zu wollen, unbarmherzig losgelassen. Ich habe aufgehört zu kämpfen. Ich habe gelernt, den Schmerz, das Unangenehme und meine Gefühle bedingungslos anzunehmen.
In dem Moment, in dem der Widerstand schmolz, war ich plötzlich frei.
Frei wie ein Vogel im Wind.
Gewahrsein ist alles. Mehr ist nicht zu tun.
Ich begriff, es braucht sich im Außen nichts zu verändern, damit ich glücklich bin. Es gibt niemanden zu retten, nichts zu heilen und nichts zu optimieren. Sobald ich der Realität die radikale Erlaubnis erteilte, genau so zu sein, wie sie ist, blühte meine Lebendigkeit auf. Die heiße Kartoffel des Selbstwerts wurde nicht länger in unzuverlässige Hände gelegt, ich selbst bin dafür verantwortlich.
Der Kampf hörte auf. Ich begriff, es kann gar nicht anders sein, als es ist. Weil das Leben die Geschichte orchestriert, nicht ich. Ich ließ los. Und war wahrhaftig frei. Weil das, was ist, so viel schöner ist als das, was sein könnte.
