Ohne die Begegnung mit Menschen kann ich mir mein Leben nicht vorstellen.
Ich liebe es, Menschen zu begegnen, ihnen wirklich zu begegnen, in ihrer tiefsten Seele, in ihrer ganzen Wahrheit. Jeder Mensch ist ein eigenes Universum, eine Welt voller Geheimnisse und Überraschungen. Ich spreche gern mit Menschen, höre ihnen gerne zu, lasse mich in ihre Welt tragen. Für mich ist es unglaublich bereichernd, Menschen und ihre Geschichten kennenzulernen.

Wenn Kontakt entsteht, dann ist das jedes Mal ein Wunder.
Kontakt kann entstehen, wenn es klick macht, weil zwei Menschen gut miteinander harmonieren, obwohl oder gerade weil sie total verschieden sind.
Kontakt kann entstehen, weil so viel Ähnlichkeit da ist, dass man sich im Anderen selbst erkennt.
Oder er entsteht, weil zwei Menschen aufrichtig ihre einzigartige Perspektive miteinander teilen und den Blickwinkel des Anderen als bereichernd erleben, egal ob sie ihn teilen oder nicht. Vielleicht ist auch einfach der Akt des gemeinsamen In-die-Tiefe-Gehens, des ehrlichen Teilens dessen, was einen wirklich berührt das, was den Kontakt, was die Verbindung ausmacht.
Verbindung herzustellen war für mich immer der wichtigste Teil meiner Arbeit, ob in der Bank, wo ich angefangen habe, in der Personalberatung, in der Werbung, an der Wirtschaftsuniversität, während des Sprachunterrichts oder in der persönlichen und spirituellen Begleitung von Menschen.
Ohne die Begegnung mit Menschen hat meine Arbeit keine Bedeutung und mein Leben keinen Sinn.
Diesen Test habe ich 2019 geschrieben. 2025 ergänze ich:
Heute weiß ich: Wahre Verbindung beginnt bei mir selbst.
Ich habe gelernt, dass meine Gabe, in die Tiefe zu gehen, Menschen zu sich selbst zu führen und ihnen ihre eigene Schönheit und Größe zu zeigen, einen heiligen Raum braucht. Ich habe erkannt: Nur wenn ich fest in meiner eigenen Mitte verankert bin, wird Kontakt zu einer Quelle der Kraft statt zur Erschöpfung.
Begegnung ist heute für mich eine Einladung zur Lebendigkeit.
Wenn ein Kontakt in die Erschöpfung führt, ist er nicht wahrhaftig. Ich glaube nach wie vor an das Geschenk von Virginia Satir: Gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Doch das funktioniert nur, wenn wir bereit sind, die Rollen hinter uns zu lassen und die Masken abzunehmen. Ist da kein Wunsch, wahrhaftig zu sein, wird jeder Kontakt zur Qual. Echter Kontakt erfordert Präsenz, also wirklich da sein, im Körper, nicht in Gedanken, in Vergangenheit oder Zukunft. Das größte Geschenk ist Präsenz, die keine Rollen mehr braucht. Wenn wir aufhören, uns hinter den dicken Mauern von Verdrängung und Verleugnung zu verstecken, unser wahres Selbst hervorholen (es hat so lange darauf gewartet!) und den Schmerz des Sich-Zeigens in Kauf zu nehmen, werden wir reich beschenkt. Wenn ein Mensch mit uns „ganz da“ ist, wenn er uns „wirklich zuhört“, kann allein durch diese ungeteilte Aufmerksamkeit Heilung entstehen.
Echter Kontakt geschieht dort, wo zwei Menschen bereit sind, sich dem anderen zu zeigen.

„Ich glaube daran, dass das größte Geschenk,
das ich von jemandem empfangen kann, ist,
gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden.
Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist,
den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren.
Wenn das geschieht, entsteht Kontakt.
– Virginia Satir
