Gibt dir den Raum du selbst zu sein
Der Fisch
Der Fisch

Der Fisch

Es war einmal ein Fisch

Es war einmal ein Fisch, so schön,
dass selbst das Licht innehielt,
wenn es seine Schuppen berührte.
Überzeugt, es auf seine Art zu tun,
schwamm er Tag für Tag
gegen den Strom.
Das Wasser drückte ihn
immer wieder zurück,
doch er kämpfte weiter,
bis sein Körper brannte
und seine Schuppen glanzlos wurden.
„Nur noch ein Stück“, murmelte er,
„dann bin ich frei.“
Doch irgendwann konnte er
nicht mehr.
Die Kraft verließ ihn.
Er ließ los. Und siehe da –
das Wasser begann, ihn zu tragen.
Er spürte, dass er leicht war
wie ein Blatt im Wind.
Über ihm tanzte das Licht,
tausendfach gebrochen
im smaragdgrünen Fluss.
Frieden durchströmte ihn.
Der Fluss hatte ihn nie bekämpft.
Es war sein eigener Kampf gewesen,
der ihn müde gemacht hatte.
Ab jetzt schwamm er nicht mehr
gegen den Strom –
er war zum Strom geworden.
Sein Herz, das so lange
dagegen geschlagen hatte,
schlug nun im Takt
mit dem Wasser.
Warm und kühl zugleich,
wie eine sanfte Umarmung.
Er lachte – weil er endlich verstand,
dass das Leben ihn schon immer
getragen hatte.
Er ließ sich in die Tiefe sinken,
die alles beherbergte,
was je gewesen war
und je sein würde.
Wie still es hier war.
Unbezwingbare Freude erfüllte ihn.
Kein Ziel, keine Anstrengung,
kein Widerstand.
Nur das unaufhörliche Fließen.
„Ich bin das Wasser“, flüsterte er.
Und das Wasser antwortete,
„ich warte schon ewig auf dich.“
– Martina Diesner

Hier schenke ich dir einen energetischer Fahrplan, um den „Smaragdgrünen Fluss“ als Schutzanker in deinem Alltag zu verwenden:

1. Die „Fluss-Visualisierung“ bei Stress oder Alarm des Nervensystems 

Sobald du merkst, dass fremder Druck auf dich einströmt:

  • Die Übung: Schließ für drei Sekunden die Augen. Stell dir vor, du bist dieser leuchtende Fisch im smaragdgrünen Wasser. Der Stress der anderen fließt einfach an dir vorbei, wie Wasser an glatten Schuppen. Du musst nicht gegenan schwimmen. Du lässt dich einfach tragen.
  • Der Effekt: Dein Herzschlag beruhigt sich sofort, weil du aus dem „Kampf-Modus“ aussteigst.

2. Das inneres Zentrum als „Lichtquelle“ 

Dein inneres Zentrum ist die Sonne in deinem Lebensfluss.

  • Die Übung: Wenn du dich „kalt“ oder unsicher fühlst, leg die Hand auf dein Brustbein. Stell dir vor, dort sitzt ein kleiner, leuchtender Smaragd, der dein gesamtes Feld mit warmem, grünem Licht flutet.
  • Der Effekt: Dieses Licht vertreibt die „dunklen Wolken“ der Außenwelt, alle Fremdenergien. Wer dir nicht guttut, prallt an diesem Lichtpanzer einfach ab.

3. „Ich bin das Wasser“ (Die Freiheits-Strategie) 

Das ist dein Mantra für Freiheit.

  • Die Übung: Wann immer jemand Erwartungen an dich stellt, die nicht zu deinem wahren Kern passen, sag dir innerlich: „Ich bin das Wasser.“ Wasser lässt sich nicht einsperren, nicht kontrollieren und nicht hetzen. Es fließt einfach dorthin, wo der Weg es führt.
  • Der Effekt: Du hörst auf, dich zu rechtfertigen. Wer nicht mitfließen kann, bleibt eben am Ufer stehen.

4. Energetische Reinigung (Wenn du Fremdenergien aufgenommen hast) 

  • Die Übung: Stell dir unter der Dusche vor, dass das Wasser nicht nur deinen Körper abwäscht, sondern alle fremden „Anhaftungen“, also die Sorgen, die inneren Beben, den Stress der anderen mit in den Abfluss reißt.
  • Der Effekt: Du gehst „leer“ und sauber in dein Bett, um als du selbst in deiner eigenen Energie regenerieren zu können.

Hier sind Tipps, wie du dieses „Getragen-Werden“ nutzt, um Ideen, Einladungen oder Projekte, die für dich sind von solchen zu unterscheiden, die es nicht sind:

  • Der Körper-Check (Resonanz vs. Druck)
    • Echte Resonanz (Der Fluss): Wenn du eine Idee oder Einladung bekommst, fühlt sich dein Brustkorb weit und warm an. Es gibt kein „Ich muss“, sondern ein sanftes „Ich will“. Es fühlt sich an wie das smaragdgrüne Wasser – tragend und leicht.
    • Keine Resonanz (Das Hamsterrad): Du spürst einen Druck im Magen oder ein Engegefühl im Hals. Dein Verstand sagt: „Das wäre vernünftig“ oder „Das muss ich tun“. Das ist der Widerstand, der dich glanzlos macht.
  • Die „Warte-Probe“
    • Teste die Idee, die Einladung oder das Projekt durch Nichtstun. Eine echte Einladung fühlt sich einladend an, da ist kein Zwang, das wäre Nötigung. Sie bleibt bestehen und wird deutlicher, wenn du dich entspannst. Ein Hamsterrad-Angebot verflüchtigt sich oder erzeugt Stress, wenn du nicht sofort „funktionierst“.
    • Merksatz: Was wirklich für mich ist, läuft nicht weg.
  • Die Anerkennungs-Frage
    • Frage dich: Werde ich hier für mein Sein (meine Weisheit, meine Sicht) gesehen oder für mein Tun? Bin ich gemeint, einfach so wie ich bin, oder muss ich mich verstellen, eine Rolle spielen?
    • Nur wer den Fisch in seiner Schönheit und Einzigartigkeit sieht, darf mit ihm schwimmen.

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